Das Farbenspiel des Spätsommers tröstet mich über den aktuell nasskalten Wechsel der Jahreszeit hinweg. Die warmen, rot- und goldleuchtenden Farben in meinem Garten oder auf der Terrasse, sind wahre Schönheiten der Saison und sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Da schaue ich heute ein bisschen genauer hin.

Die sonnengelbe Schafgarbe strahlt mit den Blatträndern des Gold-Salbeis um die Wette. Als wollten sie den Sommer noch ein wenig festhalten. Auf den Dahlienblüten glitzern kleine Regentropfen im Sonnenschein. Gerade hat es noch geregnet, nun scheint wieder die Sonne und taucht das Farbenspiel des bunten Dahlienbeets in ein warmes Spätsommerlicht. Leider werde ich mich an dieser Farbenpracht nicht mehr lange erfreuen können, die Dahlien werden ihre Höchstform im Oktober leider verlieren.

 

Wer ist die Schönste im Beet?

Von August bis Mitte November schwingen die schirmförmigen Blütenköpfe der Fetthenne auf 40 bis 60 cm hohen Stielen im Wind. Als wollten sie gegeneinander antreten, präsentieren sie sich in einem wunderschönen Farbenspiel. Verschiedene Rosa-, Rot- und Purpurtöne. Einige davon wechseln sogar das Farbenspiel während der Blühphase. Zunächst erscheinen die Blüten in zartem Altrosa, das dann in ein Rotbraun übergeht.

Doch auch die noch knospigen, grünen Dolden der Fetthennen in den Sommermonaten sind schön anzusehen. Ebenso ihre braunen Samenstände in der kalten Jahreszeit, die ich meist über den ganzen Winter im Beet belasse. Die hohe Fetthenne ist robust und pflegeleicht. Ideal für Hobbygärtner, die sich ein attraktives Beet wünschen, das kaum Arbeit macht.

Das große Finale der Rosen im Oktober

Längst nicht alle Rosen stellen im Spätsommer ihre Blühtätigkeit ein. Gerade bei den öfter blühenden Kleinstrauch- und Beetrosen gibt es einige Sorten, die im Oktober noch einmal zu blühfreudiger Form auflaufen. Meine Strauchrose lässt bis zum ersten Frost unermüdlich eine Knospe nach der anderen erblühen. Ihr persönliches Farbenspiel, natürlich ein leuchtendes Rot. Die verwelkten Blütenbüschel belasse ich stets an den Rosenzweigen, damit sich daraus Hagebutten bilden können.

 

 

Die roten Früchte der Königin sind im Winter eine schöne farbliche Zierde. Die Zweige der Hagebutte bleiben wochenlang schön und sind eine wunderschöne Zutat für Kränze, Sträuße und Gestecke für die herbstliche Tisch-Dekoration. Für ein stimmungsvolles Potpourri nehme ich zwei Chrysanthemen, eine Hortensienblüte, drei bis vier Stängel der Fetthenne und arrangiere sie zusammen mit Hagebutten in der alten Suppenschüssel meiner Oma. Dieses herbstliches Farbenspiel wirkt wie ein wahres Feuerwerk.

Eine nützliche und zudem gesunde Verwendung für die Hagebutte wäre, daraus einen Öl-Auszug zu ziehen. Dafür die Früchte spätestens Ende Oktober zur Weiterverarbeitung abpflücken und entsprechend ansetzen. Wie ich das mache erkläre ich im nächsten Beitrag.

Auch das Ziergras zeigt sich im warmen Farbenspiel

Von Goldgelb bis Kupferrot. Mit seinen warmen Farben erleichtert mir die pflegeleichte Rutenhirse den Abschied vom Sommer. Die filigranen Blüten auf den rot und gelb leuchtenden Blattstängeln erfreuen mich jedes Jahr aufs Neue. In direkter Nachbarschaft setzt sich der Purpursonnenhut (Echinacea) als Präriestaude in Szene. Dazu gesellen sich blauer Phlox, lila Herbst-Astern und die leuchtend orangefarbene Tagetes.

Eine weitere farblich optische Bereicherung im Oktober liefert das Herbstkleid von Zaubernuss, Ginkgo, Felsenbirne, Ahorn und Rotbuche. Auch Schneebeere, Zierapfel und Kornelkirsche schmücken sich jetzt mit leuchtenden, farbenfrohen Früchten. Daneben präsentiert sich als eleganter Blickfang der anspruchslose Stauden-Knöterich mit seinen violetten Blütenkerzen.

Von blumig farbig zu fruchtig bis scharf

Im Oktober wird es Zeit die Ernte einzubringen. Ob feurig rot, lila oder grün, Chilis sind jetzt erntereif. Chilis benötigen mehr Zeit zur Reife als die Paprika. Chilis sind extrem wärmebedürftige und lichthungrige Nachtschattengewächse. In unseren Breitengraden fühlen sie sich am wohlsten in Gewächshäusern. Bei mir gedeihen die Chilipflanzen bestens im Freien. Jede einzelnen Pflanze als Nachbarpflanze zu Tomate und Kohlrabi.

Vor dem ersten Bodenfrost ist die Pflanze oftmals noch voller unreifer Früchte. In diesem Fall grabe ich die Pflanze aus und setze sie in einen passenden Topf. Auf der warmen Fensterbank lässt sich die Chili noch viele Wochen am Leben erhalten und ich kann frische Früchte ernten. Ob sie reif sind, erkenne ich daran, dass die Früchte (je nach Sorte) sich in Rot umfärben, sich knackig anfühlen und leicht vom Fruchtstiel lösen lassen. Nach der Ernte verwende ich Chilis frisch, sauer eingelegt, zum Rösten oder getrocknet und anschließend im Thermomix zu Pulver verarbeitet.

Bei aller Romantik und Prosa für den Farbenrausch des Herbstes, noch ist die Arbeit im Garten nicht getan. Doch darüber will ich heute nicht mehr schreiben. Ich setze mich jetzt an meinen Lieblingsplatz: mit Kissen, Decke und einem Glas Rotwein. Gemütlich am Lagerfeuer werde ich noch die herbstlichen Abendstunden genießen und freue mich darauf, dass morgen die Oktobersonne wieder scheint.

 

 

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